Kulturraumvernetzung

Die Region entlang der Eisenbahnstrecke der ehemaligen Halle-Hettstedter   Eisenbahn (HHE) ist heute maßgeblich von der Landwirtschaft geprägt. Wissenschaftliche Prognosen gehen davon aus, dass dieses Gebiet zu jenen gehört, denen der so genannte demographische Wandel der Gesellschaft besonders zusetzen könnte.                                                                                                     Unser kulturelles Vernetzungsprojekt soll einen Beitrag zu einer langfristigen Entwicklung für die Region leisten und einer drohenden Verödung entgegenwirken. Die strukturschwache Region, welche auf eine über eintausendjährige Geschichte zurückblickt und reiche kulturelle und landschaftliche Potentiale besitzt, soll sich stärkere externe Aufmerksamkeit erwerben, gleichzeitig für die hier Lebenden ein Stück weit zur Aufwertung der Lebensqualität beitragen.  Viele bedeutende Persönlichkeiten wie das Fürstengeschlecht der Wettiner, der Kirchenre- formator Martin Luther, der Komponist Georg Friedrich Händel, die Schriftsteller und Dichter Friedrich von Hardenberg (Novalis) und Friedrich Gottlieb Kloppstock, der Gelehrte und Staats-mann Wilhelm von Humboldt, sind mit der Region verbunden. Unser Projektgebiet liegt innerhalb einer Ellipse um die Städte Halle/Saale, Wettin, Hettstedt und Luther-stadt Eisleben. Ziel ist die Vernetzung aller Städte und Gemeinden unter dem Aspekt ihrer kulturlandschaft-lichen Besonderheiten. Die Eisenbahn soll hierbei als ein Bindeglied fungieren, (Rad-)Wandermöglich-keiten sollen eröffnet werden (Mitführen eines Fahrradwaggons im Zug bzw.  Anhängers am Bus).

Auf den zunächst wieder in Betrieb zu nehmenden Streckenabschnitten Halle/Nietleben – Schochwitz und Heiligenthal – Gerbstedt – Hettstedt sollen zur Attraktivitätssteigerung, nicht nur als Anziehungspunkt für Eisenbahnfreunde, historische Schienenfahrzeuge im Rahmen eines Museums- und Ausflugsverkehrs zum Einsatz kommen. Zur Überbrückung des fehlenden Gleisabschnitts zwischen Schochwitz und Heiligenthal ist ein Schienenersatzverkehr mit Oldtimerbussen, der ergänzend bisher nicht von der HHE direkt erfasste Gebiete erschließt (Saaletal, Süßer See, Lutherstadt Eisleben), vorgesehen. Im Rahmen moderierter Routenangebote sollen die Fahrgäste die Sehenswürdigkeiten unserer Region entdecken und erleben. Als Grundlage dafür wird in Zusammenarbeit mit dem Studiengang „Mediendesign“ der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle ein GPS – gestützter elektronischer Kulturführer, genannt Samira, erstellt.
Wir sehen unser Projekt als Ergänzung und Stärkung anderer bereits etablierter und erfolgreicher Themenwege in Sachsen-Anhalt.

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