HHE-Strecke reaktivieren

Mit der zunächst etappenweisen Reaktivierung der Streckenabschnitte Halle/Nietleben-Schochwitz (Stadt
Halle und Saalekreis) und Heiligenthal-Gerbstedt-Hettstedt (Landkreis Mansfeld-Südharz) soll eine
historische Eisenbahnstrecke mit überwiegend originalen Brücken und größtenteils nicht überformten
Bahnhofsgebäuden wieder in Betrieb genommen werden.
Schienenwechsel am km 6,7 Neubau Bahnübergang Lieskauer Straße in Halle-Dölau
Die 1896 eröffnete und seit 2010 denkmalgeschützte Halle-Hettstedter Eisenbahn zählte zu den bedeutendsten
Kleinbahnen im deutschen Sprachraum. Einzelne Streckenabschnitte wurden bis 2003 betrieben.
Sie ist auch aufgrund der Veröffentlichungen der bekannten Eisenbahnbuchautoren K.-E. Maedel, R.
Lüderitz und H.-D. Rammelt beim interessierten Publikum im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt.
Im September 2008 erteilte das Verkehrsministerium Sachsen – Anhalt die
Betriebsgenehmigung für die Strecke Halle-Nietleben – Hettstedt nach § 6
AEG, die seitdem wieder eine öffentliche Eisenbahninfrastruktur ist.
Die Wiederinbetriebnahme soll sukzessive in den vier Abschnitten
Halle/Nietleben-Lieskau, Gerbstedt-Hettstedt, Lieskau-Schochwitz und
Heiligenthal-Gerbstedt und dem bereits erwähnten Schienenersatzverkehr in
der Gleislücke zwischen Schochwitz und Heiligenthal umgesetzt werden.
Im Frühjahr 2017 soll der erste Abschnitt Heidebahnhof – Bf Halle-Dölau in
Betrieb genommen werden. Hier leistete der Verein ca. 3000 Stunden
gemeinnütziger Arbeit bei der teilweisen Erneuerung des Schotters, dem
Austausch von Schwellen und Schienen, der Instandsetzung eines
Bahnüberganges und der Reparatur einer Vollschrankenanlage. Hilfe bei
diesen Arbeiten erhielten wir durch ein Gleisbauunternehmen und einen
Gleisbauausbildungsbetrieb. Außerdem unterstützten uns zwei
Unternehmen bei den Instandsetzungsarbeiten an einer stählernen Brücke.
Gleisinstandsetzung Heidebahnhof
Ausheben der Brücke über die Mansfelder Straße in
Gerbstedt zur Instandsetzung
Mit Hilfe des Eisenbahnbundesamtes gelang uns
der Erhalt des ehemaligen Inselbahnsteiges im
Bf Halle-Nietleben, der abgerissen werden sollte,
so dass Reisende künftig wieder ab Nietleben in
Richtung Hettstedt fahren können.
Nachdem ein vom Land zugunsten des Vereins
ausgeübtes Vorkaufsrecht auf Betreiben der DB
Services Immobilien gerichtlicherseits
aufgehoben wurde, veranlasste der neue
Eigentümer, ein Schrottverwerter aus Görlitz, fünf
Gerichtsprozesse, die er sämtlich verlor. Somit
besteht nun Rechtssicherheit für die Aufnahme
eines nachhaltigen Eisenbahnbetriebes.

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