HHE-/G. Lindner- Museum

Als weitere Facette des Projekts sollen Zeugnisse  der Industrie- und Verkehrsgeschichte im Rahmen eines zu schaffenden Museums künftig stärker ins allgemeine Bewusstsein gerückt werden.
Nachzulesende HHE-Geschichte eine möglichst am östlichen Streckenteil zu platzierende Museumshalle soll neben den Standorten Halle-Dölau und Gerbstedt Dokumente und
Exponate zur HHE und der Waggonfabrik Gottfried Lindner/Waggonbau Ammendorf beherbergen. Außerdem könnten auch hier größere kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Theateraufführungen stattfinden.

Die  HHE wurde 1896 eröffnet und war bezogen auf ihren Lokomotiv- und Wagenpark    (11 ELNA-Lokomotiven, 48 Personenwagen, 282 Güterwagen) um 1927 die bestausgerüstete „Kleinbahn“ Deutschlands. Das Streckennetz hatte eine Gesamtlänge von ca. 70 km. Die wirtschaftliche Entwicklung der HHE war beeindruckend. Reiseverkehr und besonders Güterverkehr brachten profitable  Einnahmen. Hauptkunden der Bahn waren die entlang der Strecken gelegenen Zuckerfabriken. Der Reiseverkehr konzentrierte sich auf die Gebiete um Gerbstedt und Halle.

Im Jahre 1823 gründete der Sattlermeister Gottfried Lindner in Halle an der Saale ein
Täschnerwarengeschäft. Um 1830 entstanden bei ihm die ersten Kutschen, ab 1883 lieferte der Betrieb Straßenbahnwagenkästen. Weil das Firmengelände in der Innenstadt (heute Kleinschmieden) zu klein wurde, erwarben die Inhaber ab 1899 Ackerflächen in der
Gemeinde Ammendorf vor den Toren der Stadt Halle, auf dem die neue Wagen- und
Waggonfabrik entstand. 1903 begann hier die Herstellung von Güterwaggons, 1908 die
Fertigung von Karosserien für PKW (Horch) und Busse (Büssing, NAG). Als viertes
Standbein entwickelte sich der LKW-Anhängerbau. Von 1903 bis 1945 wurden
insgesamt 74.915 Fahrzeuge hergestellt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Gottfried Lindner AG liquidiert und eine sowjetische Gesellschaft als Eigentümer eingesetzt. Ab 1947 begann hier die Entwicklung eines 4-achsigen Personenwagens, der der Urvater von fast 30.000 Reisezugwagen für die Sowjetunion war und bis 1999 gefertigt wurde. Seit 1996 erfolgte u.a. der Ausbau von Mittelwagen und Triebköpfen  für ICE. Heute ist der Waggonbau Ammendorf einer der letzten verbliebenen Großbetriebe der Metallindustrie in der Region Halle und die älteste noch produzierende Waggonbau-Fabrik in Deutschland.

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